Knieendoprothetik

Knieendoprothetik – Moderne Gelenkchirurgie für mehr Lebensqualität

Behandlungsziel

Dauerhafte Schmerzlinderung, verbesserte Beweglichkeit und gesteigerte Lebensqualität durch eine auf Sie individuell abgestimmte operative Versorgung mit einer gut organisierten und passenden Nachbehandlung

Behandlungsindikationen

  • Fortgeschrittene Kniearthrose (Gonarthrose)
  • Rheumatoide Arthritis des Kniegelenks
  • Schwere Verletzungen (posttraumatische Arthrose)
  • Knochennekrose (Osteonekrose)
  • Achsfehlstellungen (X-Bein, O-Bein)

CAD-gestützte Planung

Modernste computergestützte OP-Planung für optimale Ergebnisse:

  • Patientenspezifische Anatomieanalyse
  • Präzise Implantatauswahl & -positionierung
  • Simulation von Achsausrichtung & Gelenkrotation
  • Biomechanisch optimierte Rekonstruktion
  • Ligamentbalancierung (Bandspannung)
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Unicondyläre mediale Schlittenendoprothese

mediale Schlitten-Endoprothese, Mako-Robotik-Implantation

Oberflächenersatz / Doppelschlitten-Endoprothese

Persona-Knie, Fa. Zimmer

Achsgeführte Knieendoprothese

Achsknieprothese, modular,  Fa. Link

Behandlungsablauf kompakt

1. Sprechstunde: Erstvorstellung & Indikation

  • Anamnesegespräch, klinische Untersuchung, Bildgebung (Röntgen/ggf. MRT)
  • Prüfung konservativer Alternativen
  • Gangbildanalyse

2. OP-Anmeldung & Reha-Planung

  • Organisation in Lubinus-Klinik oder St. Elisabeth Krankenhaus Kiel
  • Planung: ambulante Rehabilitation oder 3-wöchige stationäre Rehabilitation

3. Präoperative Vorbereitung (1 Woche vor OP in der Klinik)

  • Labor & EKG
  • Abstriche der Haut
  • Anästhesie-Aufklärung
  • Chirurgische OP-Einwilligung, erneute Aufklärung
  • Digitale CAD-Planung
  • Hilfsmittelorganisation
  • Zeit von 7:00-13:00 Uhr einplanen

4. Stationärer Aufenthalt

  • Aufnahme: 1 Abend vor OP
  • OP-Tag: Implantation der Prothese nach CAD-Planung, Röntgenkontrolle nach Leitlinie noch im OP, um den Implantsitz zu prüfen
  • OP-Zeit: ca. 50-70 Minuten für eine primäre Implantation
  • Aufwachraum: ca. 2 Stunden nach OP unter Kontrolle der Anästhesieabteilung
  • Postoperativ: Schmerztherapie, Thromboseprophylaxe, frühfunktionelle Mobilisation (teils am OP-Tag)
  • Physiotherapie und Manuelle Lymphdrainage bei Schwellung des Beines
  • Röntgenkontrolle vor Entlassung (Beinachsenaufnahme, Bemessung der Biomechanik)
  • Aufenthaltsdauer: 4-7 Tage

5. Rehabilitation

Ambulant oder stationär (3 Wochen):

  • Physiotherapie
  • Manuelle Lymphdrainage
  • Gangschulung
  • Beweglichkeitstraining
  • Kraftaufbau der Oberschenkelmuskulatur
  • Alltagsintegration

6. Nachsorge

Regelmäßige Verlaufskontrollen bei mir, den zuweisenden Orthopäden oder der Lubinus-Klinik

Häufig gestellte Fragen zur Knie-TEP

Allgemeine Fragen

Wann ist eine Knieprothese notwendig?

Eine Knie-TEP wird empfohlen, wenn konservative Behandlungen (Medikamente, Physiotherapie, Injektionen, Orthesen) nicht mehr ausreichend helfen und Sie unter anhaltenden Schmerzen sowie deutlichen Bewegungseinschränkungen im Alltag leiden. Typische Indikationen sind fortgeschrittene Arthrose (Gonarthrose), rheumatoide Arthritis, posttraumatische Arthrose oder Knochennekrose.

Wie lange hält eine Knieprothese?

Moderne Knieprothesen haben eine sehr gute Langzeitprognose. Bei über 90% der Patienten hält das Implantat 15-20 Jahre oder länger. Die Haltbarkeit hängt von Faktoren wie Implantatqualität, OP-Technik, Ihrer Aktivität und Ihrem Körpergewicht ab.

Bin ich zu jung/zu alt für eine Knieprothese?

Das biologische Alter und Ihr Gesundheitszustand sind entscheidender als das kalendarische Alter. Moderne Implantate und OP-Techniken ermöglichen erfolgreiche Versorgungen von jüngeren Patienten (ab ca. 50 Jahren) bis ins hohe Alter. Die Indikation wird individuell gestellt.

Was ist der Unterschied zwischen Teil- und Vollprothese?

  • Teilprothese (Schlittenprothese/unikondyläre Prothese): Ersetzt nur den geschädigten Teil des Kniegelenks (medial oder lateral). Geeignet bei isoliertem Kompartmentschaden mit intakten Bändern.
  • Vollprothese (Totalendoprothese): Ersetzt alle drei Gelenkkompartimente. Notwendig bei fortgeschrittener Arthrose in mehreren Bereichen.

Vor der Operation

Wie bereite ich mich auf die OP vor?

  • Gesundheitscheck: Hausärztlicher Check, wenn nicht in den letzten 6 Monaten erfolgt
  • Bei bekannten Herz-, Lungen- oder Nierenerkrankungen sollte ein Facharztbefund nicht älter als 6 Monate sein
  • Häusliche Vorbereitung: Stolperfallen beseitigen, Hilfsmittel organisieren, Bad sichern
  • Körperliche Fitness: Oberschenkelmuskulatur kräftigen (isometrische Übungen, Radfahren)
  • Gewichtsreduktion: Bei Übergewicht empfohlen
  • Medikamente: Blutverdünner ggf. pausieren (nach ärztlicher Anweisung)
  • Zahngesundheit: Sanierung vor OP empfohlen

Was bedeutet CAD-gestützte Planung?

Die computergestützte Planung analysiert Ihre individuelle Knochenstruktur und Beinachse. Sie ermöglicht die präzise Auswahl von Implantatgröße, -position und Achsausrichtung. Dadurch werden Kniemechanik und Bandspannung optimal rekonstruiert – für bessere Funktion, natürlicheres Bewegungsgefühl und längere Haltbarkeit.

Welche Narkose wird verwendet?

Je nach Gesundheitszustand kommen Vollnarkose oder rückenmarksnahe Anästhesie (Spinalanästhesie) in Frage. Dies wird im Aufklärungsgespräch mit dem Anästhesisten individuell besprochen.

Die Operation

Wie lange dauert die Operation?

Der Eingriff dauert in der Regel 60-90 Minuten, abhängig von der individuellen Anatomie und Komplexität (Teilprothese kürzer, Vollprothese länger).

Welche OP-Technik wird angewendet?

Es kommen moderne, gewebeschonende Zugänge zum Einsatz (meist medialer parapatellarer Zugang).

Wie groß ist die Narbe?

Durch moderne Techniken beträgt die Narbe in der Regel 12-18 cm (bei Teilprothese kürzer, ca. 8-12 cm).

Wird die Kniescheibe ersetzt?

Die Entscheidung, ob die Rückseite der Kniescheibe (Patella) mit einem Implantat versehen wird, erfolgt individuell nach Knorpelzustand und wird während der OP getroffen.

Nach der Operation

Wann darf ich wieder aufstehen?

Die Mobilisation beginnt frühfunktionell – oft bereits am OP-Tag oder am ersten Tag danach mit Unterstützung der Physiotherapie.

Wie lange bleibe ich im Krankenhaus?

Der stationäre Aufenthalt beträgt üblicherweise 4-7 Tage, abhängig von Ihrem individuellen Heilungsverlauf und der Beweglichkeit.

Wie stark sind die Schmerzen nach der OP?

Dank moderner Schmerztherapie (multimodales Schmerzmanagement, Injektionsanästhesie) sind die Schmerzen gut kontrollierbar. Knie-OPs können initial schmerzhafter sein als Hüft-OPs, aber die Schmerzen nehmen rasch ab.

Benötige ich Gehhilfen?

Ja, in den ersten 4-6 Wochen werden Unterarmgehstützen verwendet. Die Belastung ist in der Regel sofort erlaubt, soweit es die Schmerzen zulassen (Vollbelastung).

Wie viel Beweglichkeit erreiche ich?

Das Ziel ist eine Beugung von mindestens 90-110 Grad (optimal 120 Grad) und vollständige Streckung (0 Grad). Die Beweglichkeit entwickelt sich in den ersten 3-6 Monaten.

Rehabilitation & Nachsorge

Ambulante oder stationäre Reha – was ist besser?

  • Stationäre Reha (3 Wochen): Intensivbetreuung, ideal bei eingeschränkter häuslicher Versorgung, Begleiterkrankungen oder verzögerter Mobilisation
  • Ambulante Reha: Behandlung zu Hause, geeignet bei guter häuslicher Situation und selbstständiger Mobilität

Die Entscheidung treffen wir gemeinsam nach Ihrer persönlichen Situation.

Wie lange dauert die vollständige Genesung?

  • Alltägliche Aktivitäten: 8-12 Wochen
  • Autofahren: ca. 6-8 Wochen (nach Rücksprache, rechtsseitige OP später)
  • Treppensteigen: 6-8 Wochen normal
  • Vollständige Heilung: 6-12 Monate
  • Sport: 6-12 Monate (je nach Sportart)

Welche Bewegungen sollte ich vermeiden?

In den ersten 6-12 Wochen sollten Sie extreme Bewegungen vermeiden:

  • Tiefe Hocke, Knien
  • Schweres Heben
  • Abrupte Drehbewegungen
  • Hochbelastende Sportarten

Ihr Physiotherapeut schult Sie in kniegerechtem Verhalten.

Wie wichtig ist Physiotherapie?

Extrem wichtig! Regelmäßige Physiotherapie ist entscheidend für:

  • Beweglichkeit
  • Muskelaufbau (besonders M. quadriceps)
  • Gangbild
  • Langzeiterfolg

Eigenübungen zu Hause sind essentiell.

Alltag & Aktivität

Wann kann ich wieder arbeiten?

  • Bürotätigkeit: 8-10 Wochen
  • Körperlich leichte Arbeit: 10-12 Wochen
  • Körperlich schwere Arbeit: 4-6 Monate Dies hängt von Ihrer beruflichen Tätigkeit und dem Heilungsverlauf ab.

Welche Sportarten sind erlaubt?

  • Empfohlen: Schwimmen, Radfahren, Wandern, Golf, Nordic Walking, Aquagymnastik
  • Bedingt geeignet: Skifahren (Langlauf), Tennis (Doppel), Tanzen
  • Nicht empfohlen: Joggen/Laufen, Kontaktsportarten, Squash, Fußball, Basketball, Volleyball

Kann ich knien?

Knien ist technisch möglich, kann aber unangenehm sein. Viele Patienten verwenden Knieschoner oder meiden längeres Knien. Dies entwickelt sich individuell.

Löst die Prothese Metalldetektoren aus?

Ja, Knieprothesen können Metalldetektoren am Flughafen auslösen. Sie erhalten einen Implantatausweis, den Sie beim Sicherheitscheck vorzeigen können.

Risiken & Komplikationen

Welche Risiken gibt es?

Wie bei jeder Operation bestehen Risiken:

  • Infektion (< 1-2%)
  • Thrombose/Embolie (durch Prophylaxe minimiert)
  • Bewegungseinschränkung (durch intensive Physiotherapie minimiert)
  • Instabilität (bei Bandinsuffizienz, selten)
  • Patellakomplikationen (Patellaluxation, selten)
  • Nerven-/Gefäßverletzung (sehr selten)
  • Arthrofibrose (überschießende Narbenbildung, selten)

Durch moderne OP-Techniken und systematische Prophylaxe werden diese Risiken auf ein Minimum reduziert.

Wie wird einer Thrombose vorgebeugt?

Sie erhalten eine medikamentöse Thromboseprophylaxe für mehrere Wochen nach der OP sowie Kompressionsstrümpfe. Frühe Mobilisation und regelmäßige Bewegungsübungen sind die beste Vorbeugung.

Was ist eine Arthrofibrose?

Eine überschießende Narbenbildung im Gelenk, die die Beweglichkeit einschränkt. Durch intensive Physiotherapie, frühfunktionelle Mobilisation wird das Risiko minimiert. In seltenen Fällen ist eine Mobilisation in Narkose notwendig.

Was passiert bei einer Lockerung der Prothese?

Bei Lockerung im Langzeitverlauf kann eine Wechseloperation (Revisions-Endoprothetik) durchgeführt werden. Auch diese erfolgt mit digitaler CAD-Planung.

Langfristige Nachsorge

Wie oft muss die Prothese kontrolliert werden?
Regelmäßige Kontrollen beim Orthopäden werden empfohlen:

  • Nach 6 Wochen
  • Nach 3 Monaten
  • Nach 6 Monaten
  • Nach 1 Jahr
  • Danach alle 2-5 Jahre (auch ohne Beschwerden)

Muss ich lebenslang Medikamente nehmen?
Nein, die Schmerzmedikation wird schrittweise reduziert. Die Thromboseprophylaxe läuft zeitlich begrenzt (meist 4-6 Wochen).

Spüre ich die Prothese?
Die meisten Patienten spüren die Prothese im Alltag nicht. Manche berichten von einem leichten Fremdkörpergefühl, besonders bei Wetterumschwüngen oder beim Treppensteigen. Dies ist normal und verbessert sich meist mit der Zeit.

Was tue ich bei plötzlichen Schmerzen oder Schwellung?
Kontaktieren Sie umgehend Ihren Orthopäden oder die operierende Klinik. Bei Fieber, starker Schwellung, Überwärmung oder zunehmenden Schmerzen ist eine zeitnahe Abklärung wichtig.

Weitere Fragen?

Bei individuellen Fragen steht Ihnen unser Praxisteam gerne zur Verfügung. Vereinbaren Sie einen persönlichen Beratungstermin, gemeinsam finden wir die beste Lösung für Ihre Situation.

Ihr Weg zu mehr Lebensqualität beginnt mit einem Gespräch.