Rehabilitation nach endoprothetischen Eingriffen

Es gehört zu unserem Gesamtkonzept, Ihre Nachbehandlung ineinandergreifend und individuell zu planen. Es ist wichtig, die Heilungsphasen zu kennen und die Therapie darauf anzupassen.

„Der Biologie ist es egal, ob die Reha ambulant oder stationär erfolgt“

Heilungsphasen nach Gelenkersatz – Ein kurzer Überblick

Die Heilung nach einer Gelenkersatzoperation verläuft in mehreren klar definierten Phasen, die unterschiedliche Anforderungen und Ziele haben:

Akutphase (erste Tage bis 2 Wochen)

Direkt nach der Operation beginnt die erste Mobilisation – oft bereits am ersten Tag nach dem Eingriff. In dieser Phase stehen im Vordergrund:

  • Wundheilung (ca. 10-14 Tage)
  • Schmerztherapie und Thromboseprophylaxe
  • Erste Gehübungen mit Unterarmgehstützen unter physiotherapeutischer Anleitung
  • Vollbelastung des neuen Gelenks ist in den meisten Fällen bereits erlaubt
  • Krankenhausaufenthalt: ca. 4-7 Tage

Die ersten Schritte mit dem neuen Gelenk sind ein wichtiger Meilenstein und fördern die Durchblutung sowie den Heilungsprozess.

Frühe Rehabilitationsphase (bis ca. 6 Wochen)

Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus schließt sich die stationäre oder ambulante Rehabilitationan (Dauer: ca. 3 Wochen). Zentrale Ziele dieser Phase:

  • Schrittweise Verbesserung von Beweglichkeit und Muskelkraft
  • Training von Alltagsbewegungen (Aufstehen, Gehen, Treppensteigen)
  • Gehstützen sollten weiterhin für 4-6 Wochen verwendet werden
  • Innerliche Heilung der Weichteile und beginnende Knochenheilung
  • Eine Überlastung der Faszien und Kapseln muss dringend vermieden werden, weil das Gewebe noch nicht sicher verheilt ist

Nach dieser Phase ist man in der Regel wieder sicher und weitgehend schmerzarm mobil.

Aufbauphase (6 Wochen bis 3 Monate)

Die Belastung wird allmählich gesteigert, das Vertrauen in das neue Gelenk wächst:

  • Intensive Kräftigungs- und Gleichgewichtsübungen an Geräten
  • Leichte sportliche Aktivitäten wie Radfahren auf dem Ergometer oder Walking werden möglich
  • Fortsetzung der Physiotherapie beim Therapeuten vor Ort
  • Zunehmende Selbstständigkeit im Alltag
  • Wenn Patienten die Gehstützen nach 6 Wochen nicht mehr benötigen, ist Autofahren meist wieder möglich

Späte Phase (ab 3 Monaten bis 6 Monate)

Die vollständige innerliche Heilung benötigt 3-6 Monate. In dieser Phase:

  • Rückkehr zur normalen Mobilität und Lebensqualität
  • Gelenkschonende Sportarten wie Nordic Walking, Wandern, Golf oder Yoga sind wieder möglich
  • Nach 4-6 Monaten können belastendere Sportarten nach ärztlicher Rücksprache begonnen werden
  • Berufliche Wiedereingliederung (meist nach 2-4 Monaten)

Langfristige Perspektive

Nach einem halben Jahr kann Rehasport verordnet werden, um die Muskulatur langfristig zu stärken und die Gelenkfunktion zu erhalten. Moderne Gelenkprothesen haben eine Standzeit von 15-20 Jahren oder länger, abhängig von Belastung, Körpergewicht und Knochenqualität.

Wichtig: Jeder Heilungsverlauf ist individuell – die Dauer kann je nach Alter, Gesundheitszustand und Engagement in der Rehabilitation variieren.

Stationäre Rehabilitation

Die Hälfte der Patienten entscheidet sich für eine stationäre Reha und wird direkt aus dem Lubinus Clinicum in eine spezialisierte Rehaklinik verlegt, um nahtlos mit der Rehabilitation zu beginnen. Zu den kooperierenden Einrichtungen zählen renommierte Kliniken wie Schönberg/Holm, Damp, Bad Bramstedt, Sankt-Peter-Ording, die Mühlenbergklinik Bad Malente und die Vitalis Klinik in Malente.

Auf Wunsch können Patienten auch für einige Tage nach Hause entlassen werden, bevor die Rehabehandlung startet.

Für wen ist die stationäre Reha empfehlenswert?

Die stationäre Reha ist insbesondere geeignet für:

  • Ältere, allein lebende Patienten
  • Mehrfach erkrankte und stärker betreuungsbedürftige Patienten
  • Patienten mit ländlicher Wohnlage ohne Physiotherapie-Praxen in der Umgebung

Planung und Organisation

Die Patienten werden bei Indikationsstellung und Festlegung des OP-Termins bereits an das Reha-Planungsteam im Lubinus Clinicum angebunden, um eine möglichst lückenlose Weiterbehandlung zu planen.

[Kontakt Reha-Planungsteam: Frau Greve/Gerlach einfügen]

Ambulante Rehabilitation

In den ersten 6 Wochen nach der Operation ist entsprechend der Heilungsphasen eine regelmäßige Behandlung mit Krankengymnastik und Lymphdrainage 2-3x wöchentlich ausreichend. Danach kann auch mit gerätegestützter Krankengymnastik begonnen werden.

Kooperationspartner für ambulante Reha

Für Patienten, die eine ambulante Nachsorge bevorzugen, arbeitet die Klinik mit erfahrenen Rehazentren zusammen, darunter:

  • Lubinus-aktiv Rehazentrum
  • Mare Med aktiv (Kronshagen)
  • Sportklinik Wellingdorf
  • Rehamed in Plön

Diese Zentren ermöglichen eine intensive Rehabilitation bei gleichzeitigem Verbleib im gewohnten häuslichen Umfeld.

Für wen eignet sich die ambulante Reha?

Die ambulante Nachbehandlung eignet sich für:

  • Jüngere, gesündere Patienten
  • Patienten, die in einem partnerschaftlichen Verhältnis leben
  • Patienten mit guter häuslicher Unterstützung

 

Langfristige Nachsorge

Die physiotherapeutische Betreuung erstreckt sich über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten nach der Operationund kann beim Physiotherapeuten vor Ort durchgeführt werden. Nach einem halben Jahr kann zudem Rehasportverordnet werden, um die Mobilität langfristig zu erhalten und weiter zu verbessern.

Dieses durchdachte Nachsorgekonzept gewährleistet eine optimale Genesung und nachhaltige Wiedererlangung der Lebensqualität nach dem Gelenkersatz.

Ihr Weg zurück in ein aktives Leben beginnt mit der richtigen Rehabilitation – individuell geplant und professionell begleitet.